Brunnenbau

Brunnenbau

Bohrbrunnen- und Ausbauarten:

Brunnen werden heute in den verschiedensten Ausführungen für eine Vielzahl von Verwendungszwecken gebaut.

Hier sei nur eine kleine Auswahl an Unterscheidungsmerkmalen genannt:

Je nach Tiefenlage des abgesenkten Wasserspiegel (Wsp) unterscheidet man

-    Flachspiegelbrunnen, deren abgesenkter Wsp nicht tiefer als ca. 8 m unter GOK liegt, die also mit Saugpumpen betrieben werden können.

-    Tiefspiegelbrunnen, deren abgesenkter Wsp tiefer als ca. 8 m unter GOK liegt, zu deren Betrieb eine U-Pumpe erforderlich ist.

Je nach hydraulischen Eigenschaften des Grundwasser-Leiter unterscheidet man

-    Bohrbrunnen mit freiem GW-Spiegel

-    Bohrbrunnen mit gespanntem GW-Spiegel, in denen nach dem Durchbohren der Deckschicht (Hängendes) das GW ansteigt

-    Artesische Bohrbrunnen, in denen der GW-Spiegel über GOK ansteigt

Je nach Lage des Fassungsorgans (Filters) im GW-Leiter unterscheidet man

-    vollkommene Brunnen, wobei die Filterstrecke die gesamte Mächtigkeit der wasserführenden Schicht ausnutzt, was möglichst der Fall sein sollte

-    unvollkommene Brunnen, deren Filterstrecke nur so weit wie nötig in den GW-Leiter eintaucht

Wenn nicht die gesamte Mächtigkeit der wasserführenden Schicht ausgenutzt wird, sollte der Filterstrang möglichst im unteren Teil des GW-Leiters angeordnet werden. Haben diese Brunnen neben einer kurz bemessenen Filterstrecke auch noch einen geringen Bohr- und Ausbaudurchmesser, also eine gerade ausreichende Fassungsfläche, so verwendet man für derart gebaute Brunnen gern den irre führenden Begriff "Hochleistungsbrunnen".

Je nach der Lage des Fassungsorgans unterscheidet man

-    vertikale Bohrbrunnen

-    Horizontalbrunnen

-    Schrägbrunnen

wobei sich alle weiteren Ausführungen nur auf vertikale Bohrbrunnen beschränken.

Je nach Zweck des Bohrbrunnens unterscheidet man

-    Trink- oder Betriebswassergewinnungsbrunnen, die über einen langen Betriebszeitraum Wasser ausreichender Güte fördern müssen

-    Schluck- oder Versickerungsbrunnen, die eingeleitetes Wasser sicher versickern lassen müssen

-    GW-Absenkungsbrunnen, die meist kurzzeitig große Absenkungen bei möglichst geringem Wasseranfall erzeugen sollen. Eine in diese Richtung wegweisende Sonderform stellt der Vakuumbrunnen dar, der in schwer zu entwässernden Böden eingesetzt wird

-    Beregnungsbrunnen

-    GW-Messstellen (Pegel) die vor allem das Messen von Veränderungen des GW-Standes ermöglichen sollen

-    Gütemessstellen, die vor allem die Entnahme von Wasserproben für Analyseverfahren ermöglichen sollen

Gütemessstellen erfordern eine besonders gründliche Auswahl des geeigneten Ausbaumaterials.

 

Pumpenauswahl:

Für die Förderung des Wassers aus Brunnen kommen heute überwiegend Unterwassermotorpumpen (U-Pumpen) zum Einsatz. Sie werden direkt in das Fördermedium gehängt, sind unabhängig von Saughöhen und stehen für alle Betriebsbedingungen zur Verfügung. So gibt es heute U-Pumpen mit Durchmessern von 2" bis 10" für Fördermengen von 1 m³/h bis mehr als 1.000 m³/h, für Förderhöhen von 2 bar bis mehr als 40 bar.

 

Pumpensteigleitungen:

Pumpensteigleitungen stellen die Verbindung zwischen der U-Pumpe und dem Brunnenkopf dar. Sie haben nicht nur die Aufgabe der Wasserförderung, sondern müssen auch das Gewicht der Pumpe und der Wassersäule sowie die Torsionskräfte beim An- und Abschalten der Pumpe aufnehmen.

Folgende Kriterien haben für die Auswahl und Ausführung der Steigleitung eine wesentliche Bedeutung:

-   die Dimension des Brunnens (Durchmesser/Teufe)

-   die Förderleistung und das Gewicht der U-Pumpe

-   die Druckhöhe und Einbautiefe

-   die Aggressivität des Grundwassers

-   die Ein- und Ausbauhäufigkeit