Grundwassermessstellenausbau

Grundwassermessstellenausbau:

GWM-Bohrungen und Ausbauverfahren sind mindestens ebenso anspruchsvoll wie Bohrungen für Wassergewinnungsbrunnen. Im Grunde sind an sie noch höhere Ansprüche zu stellen, denn sie sollen trotz kleiner Bohr- und Ausbaudurchmesser nicht nur die Förderung sauberen Grundwassers ermöglichen, sondern trotz geringer Fördermengen eine genaue Analyse des geförderten Grundwassers zulassen. D.h., sie müssen nach allen Regeln der Bohr- und Brunnenausbautechnik gebaut sein!

Erschwerend kommt hinzu, dass Messstellen nur sporadisch betreiben werden und trotzdem kurzfristig genaue Proben- und Analysewerte gewährleisten sollen.

Daher sind an Messstellenbohrungen folgende Anforderungen zu stellen:

-  gute Bohrlochgeometrie

-  geringe Beeinflussung der Bohrlochwand

-  teufengerechte und unverfälschte Probennahme

-  ausreichend großer Ringraum und somit Bohrlochquerschnitt

Der Messstellenausbau muss so erfolgen, dass

-  nur ein Grundwasserleiter erfasst wird

-  andere Wasserleiter sicher abgedichtet werden

-  kein Oberflächenwasser in den Ringraum einsickern kann

-  die Filterstrecke möglichst kurz (ca. 2 m) gehalten wird.

Zur teufengerechten Probennahme sollte ober- und unterhalb der Filterstrecke eine Abdichtung eingebaut werden. Zur absolut sicheren Abdichtung der oberen Bereiche und bei kontaminierten Überlagerungen sollte ein Ausbau mittels Sperrrohr erwogen werden.

Der Ausbaudurchmesser der Messstelle ist von den Zielvorgaben an das Reinigungs- und Messprogramm abhängig:

     -  mind. 2½“      Hier ist der Einsatz von Sonden und einer 2“-Pumpe möglich, Klarpumpen muss mittels Luft erfolgen

     -  mind. 3“         Einsatz einer 3“-U-Pumpe zum Abpumpen und zur Reinigung mit bis zu 7 m³/h möglich, abschnittsweises Abpumpen mit Seiher

     -  mind. 4½“      Einsatz einer 4“-U-Pumpe für das Abpumpen und Reinigen mit bis ca. 20 m³/h möglich evtl. abschnittsweise mit Packern

Um die notwendigen Ausbaudurchmesser einbauen zu können und eine sichere Ringraumabdichtung zu gewährleisten, sollten in Abhängigkeit vom Ausbaudurchmesser folgende Bohrlochdurchmesser nicht unterschritten werden:

Ausbau-Ø [mm] 65 |
80 |
100 |
115 | 125 |
Mindestbohr-Ø [mm] 200 |
225 | 250 | 250 | 275 |

Zeichnung: Schichtenprofil und Ausbauplan einer GWM nach DIN 4935