Indirekte Spülbohrungen

Indirekte Spülbohrungen:

Wird das Bohrgut durch das Bohrgestänge von der Spülung nach oben getragen, spricht man vom indirekten Spülbohren. Die Aufstiegsgeschwindigkeit der Spülung sollte ca. 2 -   4 m/s betragen, um eine ausreichende Säuberung der Bohrlochsohle sicherzustellen.

Zu beachten ist, dass der Austragschlauch möglichst weit vom Bohrlochzulauf entfernt ist.

Diese höhere Aufstiegsgeschwindigkeit v­ im Bohrgestänge ist erforderlich, um die großen Bohrgutmengen im verhältnismäßig kleinen Gestänge ohne die Gefahr der Verstopfung nach oben zu befördern. Zum anderen wird auf diese Weise eine gute Säuberung der Bohrlochsohle erreicht. Nur ein schneller Abtrag des gelösten Bohrkleines von der Bohrlochsohle ermöglicht einen schnellen und verschleißfreien Bohrfortschritt!

 

Saugbohren:

Beim Saugbohren wird mit einer entsprechend dem Feststoffanteil ausgelegten Pumpe (meist einer gepanzerten Kreiselpumpe) die Spülung durch das Gestänge gesaugt.

 

Die aufgrund des Luftdrucks von 1 bar theoretische Saughöhe von ca. 10 mWS wird noch reduziert durch Undichtigkeiten

 

-   in Gestänge- und Schlauchverbindungen

 

-   im Spülkopf

 

-   in der Pumpe

 

Daher verbleibt eine praktische Saughöhe von ca. 7 - 8 mWS zur Förderung. Zieht man noch die geodätische Förderhöhe zwischen Pumpenstandort und Spülungsspiegel ab, verbleiben noch ca. 6 mWS bzw. ein Unterdruck von 0,6 bar zur Überwindung der Reibungsverluste im Gestänge. Dies reicht bei einer Aufstiegsgeschwindigkeit von v­ = 3m/s für folgende Bohrteufen:

 

                        Gestänge-Durchmesser  75 mm      =        Bohrteufe max.   40 m

 

                        Gestänge-Durchmesser 100 mm      =       Bohrteufe max.   60 m

 

                        Gestänge-Durchmesser 150 mm      =      Bohrteufe max. 100 m

 

                        Gestänge-Durchmesser 200 mm      =        Bohrteufe max. 150 m

 

Lufthebebohren:

Beim Lufthebebohren wird das Prinzip der Mammutpumpe angewandt. Hierbei wird Luft in das Gestänge eingeführt und verringert dort die Dichte des Spülungs-Bohrgut-Gemisches. Die höhere Dichte der Spülung im Ringraum „drückt“ nun das Luft-Spülungs-Bohrgutgemisch im Gestänge nach oben. Es ist also ein Druckspülbohren, bei dem die durch ständige Luftzufuhr erzeugte Druckdifferenz genutzt wird.